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Laut Berichten sollen allen britischen KMU durchschnittlich Geschäfte in Höhe von 325.000 Euro entgehen, da sie für eine wirksame Arbeit im Ausland nicht über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügen.
Elf Prozent der im Export tätigen europäischen KMU - das sind 945.000 Unternehmen - gehen möglicherweise aufgrund von Kommunikationshindernissen Aufträge verloren. Die gesamte EU-Wirtschaft könnte in beträchtlichem Maß profitieren, wenn dieses Problem bewältigt würde. Was können also KMU tun, um ihr Auslandsgeschäft zu optimieren?
Die führende Geschäftsfrau und Übersetzungsspezialistin Isabella Moore CBE verweist auf die Fallgruben, die sich ergeben, wenn KMU nur auf die englische Sprache vertrauen, sowie auf die häufig begangenen Fehler. Sie erklärt, wie Unternehmen Sprachen effektiv dazu nutzen können, ihr Geschäft im Ausland zu erweitern, und erläutert die vier Schritte, mit denen KMU ihre Sprachstrategie aufbauen und die Vorteile des Auslandsgeschäfts genießen können.
Englisch wird häufig als universelle Geschäftssprache angesehen. Zwar ist es akzeptabel, sich des Englischen zu bedienen, wenn man in einem anderen Land einkauft, doch wird dies weniger geschätzt, wenn man versucht, international Kunden zu gewinnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden sich zu einem Kauf entscheiden, ist dreimal so hoch, wenn sie in ihrer Muttersprache angesprochen werden. Wenn Sie einen Kunden erst einmal gewonnen haben, vertiefen Sie durch die Verwendung seiner Muttersprache ihre Beziehungen und gewinnen ihn als Fürsprecher für Ihr Unternehmen. Es ist ein Mythos, dass jeder Englisch spricht: Drei Viertel der Weltbevölkerung sprechen gar kein Englisch und für 94 Prozent aller des Englischen Mächtigen ist es nur die Zweitsprache. Wenn Sie im heutigen Wirtschaftsklima Kunden und Zulieferer in ihrer jeweiligen Sprache ansprechen, sichern Sie sich damit einen wirtschaftlichen Vorteil, der sich für britische Exporteure richtig auszahlt.
Aufbau einer Sprachstrategie
Wo beginnt man am besten? Zuerst sollten Sie eine Sprachstrategie entwickeln. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass nur 48 Prozent aller Unternehmen überhaupt eine Sprachstrategie besitzen. Wenn Sie eine Sprachstrategie einsetzen, wirkt sich dies auf Ihr gesamtes Unternehmen aus: Sie kann zu mehr Produktivität führen und Ihr Unternehmen innovationsfreudiger machen, da sie Ihr gesamtes Unternehmensethos verändert. Studien weisen darauf hin, dass exportierende KMU produktiver sind als nicht exportierende und dass es häufig einen versteckten Bonus gibt durch das Kennenlernen von technischem Know-how, durch vertiefte Marktkenntnis und durch Kosten- oder Effizienzeinsparungen.
Bedenkt man, dass KMU über 50 Prozent aller Arbeitnehmer innerhalb der Europäischen Union beschäftigen, liegt es nahe, dass es erhebliche Auswirkungen für die europäische Wirtschaft geben könnte, wenn mehr KMU erfolgreich als Exporteure aufträten bzw. wenn bereits exportierende Unternehmen ihre Absatzgebiete ausweiten würden. Darüber hinaus könnte es beträchtliche zusätzliche Vorteile durch verstärkte Innovationstätigkeit und Marktkenntnis geben, was wiederum die Produktivität innerhalb der nationalen Wirtschaftsräume positiv beeinflussen könnte.
Prüfen Sie doch einmal, welche Sprachkenntnisse in Ihrem Unternehmen bereits vorhanden sind. Es wird Sie möglicherweise überraschen, wie viele Sprachen Ihre Mitarbeiter einsetzen, ohne dass Sie davon wissen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter ihre Fähigkeiten nicht überschätzen - oder auch unterschätzen, und ermitteln Sie, was sie problemlos meistern können. In Unternehmen gibt es eine Menge an ungenutzten Sprachkenntnissen, die Ihnen dabei helfen könnten, den entscheidenden ersten Kontakt zu einem Kunden herzustellen. Sobald dieser Kontakt besteht, ist es allerdings unerlässlich, für Marketing- und Vertriebsmaterial, Website-Übersetzungen, technische Unterlagen und Vertragsverhandlungen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Einsatz von Muttersprachlern
Der Einsatz von Muttersprachlern (deren erste Sprache nicht Englisch ist) oder Fast-Muttersprachlern (die zweisprachig sind) kann beim Aufbau von Beziehungen zu Ihren Kunden von immenser Bedeutung sein. Sie können nicht nur problemlos Gespräche führen, sondern besitzen auch gemeinsame Traditionen und kennen Kultur und Ethos eines Landes. So wird es einfacher, Beziehungen und Vertrauen aufzubauen. Es ist nützlich, Hochschulabsolventen aus Ihren Zielmärkten einzustellen. Sie sprechen häufig mehrere Sprachen, darunter auch Englisch, sind gut ausgebildet und finden den britischen Arbeitsmarkt attraktiv.
Einstellen von Mitarbeitern mit Sprachkenntnissen
Nur 40 Prozent aller Unternehmen suchen Mitarbeiter mit Sprachkenntnissen; deshalb ist es unerlässlich, dieses Kriterium in Ihre Einstellungsstrategie aufzunehmen. Damit unser Bildungssystem aber auch im Inland Hochschulabsolventen mit den erforderlichen Sprachkenntnissen hervorbringt, müssen Unternehmen darauf drängen, dass Sprachkenntnisse in den Lehrplan der beruflichen und akademischen Ausbildung in Großbritannien aufgenommen werden und dass der Sprachunterricht den Bedürfnissen der Industrie entspricht - sowohl kurz- wie auch langfristig.
Definieren Sie die von Ihnen benötigten Sprachkenntnisse und sorgen Sie dafür, dass sie in der Stellenbeschreibung und in allen Anzeigen angegeben werden. Französisch, Deutsch und Spanisch sind immer noch die Sprachen, die britische Exportunternehmen am häufigsten benötigen, doch vielleicht haben Sie Ihren Blick bereits weiter ins Ausland gerichtet und benötigen andere Sprachen wie Chinesisch und Russisch.
Einsatz von Dolmetschern und Übersetzern
Professionelles Vertriebs- und Marketingmaterial muss von einem kompetenten Übersetzer übertragen werden. Damit Kunden vollständig integriert sind und die Kommunikation mit ihnen reibungslos verläuft, müssen sie an allen Berührungspunkten in ihrer Sprache angesprochen werden. Die gesamte Literatur sollte übersetzt werden. Denken Sie dabei nicht nur an den Vertriebs- und Marketingprozess, sondern berücksichtigen Sie auch die Dokumente, die Ihre Kunden nutzen werden, z. B. Betriebsanleitungen, technische Unterlagen und Schulungshandbücher. Bauen Sie eine Beziehung zu einem Unternehmen auf, dem Sie vertrauen, das Muttersprachler einsetzt und die neuesten Technologien nutzt, um Ihrem Unternehmen Übersetzungen schnell und kosteneffektiv bereitstellen zu können.
Zur Weiterentwicklung Ihrer Sprachstrategie können Sie auch Praktika für ausländische Studenten oder Mitarbeiter in Erwägung ziehen oder an einem internationalen Austausch zwischen Unternehmen teilnehmen.
Mit einer wirksamen Sprachstrategie ist Ihr Unternehmen hervorragend gerüstet, die Vorteile des Exports richtig auszuschöpfen. Wenn Sie weitere Informationen über die Entwicklung einer effektiven Strategie wünschen, nehmen Sie bitte Kontakt mit einem Mitglied des Comtec-Teams auf unter +44 1926 335681 oder info@comtectranslations.com.
* ELAN: Auswirkungen mangelnder Fremdsprachenkenntnisse in Unternehmen auf die europäische Wirtschaft |